Finnland/Schweden

Deutschland > Finnland > Aland > Schweden > Deutschland vom 30. Juni 2017 - 22. Juli 2017
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Tag 17: Sonntag, 16. Juli 2017

Tuff Tuff Tuff

Schon um 9 Uhr ist Nicole geduscht, aber irgendwie kommt die kleine Reisegruppe nicht wirklich in die Gänge. Es gibt erzieherische Maßnahmen und deshalb KEIN Minigolf, auch wenn die Bahn sehr verlockend aussieht. Heute fährt die Dampflok, wir wollen spontan hin. Aber um den Triebwagen zu bekommen, der um 11.10 Uhr startet, müssen wir schnittig einparken und zum Bahnhof sprinten. Im Vorbeirennen winkt Nicole dem Lokführer schonmal zu, rennt zum Schalter. “Ganz ruhig, sie bekommen den Zug noch”, lächelt die Dame an der Kasse. Im Hintergrund ruft Kilian vom Gleis “Mamaaaaaaa, beeil dich…” Lennakatten heißt die Verbindung, die in den Sommermonaten stets sonntags von Ehrenamtlichen betrieben wird.

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Wir fahren nur zwei Stationen nach Marielund, steigen dort aus - Kaffeepaussi im Freien! Denn es ist wunderbar warm, wir haben zum ersten mal keine Fleecejacken dabei. Aber erst bestaunen wir noch eine Dampflok, die gerade Wasser auffüllt.

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Danach eineinhalb entspannte Stündchen, bis wieder eine Dampflok ankommt, die uns zurück nach Uppsala bringt. Als wir losfahren sehen wir, dass gerade eine Wagenladung spannend gekleideter Menschen (Steampunk?) angekommen ist, die in historischer Kleidung zum Picknick ansetzen.

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Wir parken (kostenlos, weil Sonntag) am Ufer, bummeln erst zum Schloss, danach zum Domcafé. Dort gibt es schwedisches Mittagessen, Pie und Pfannkuchen und Butterbrot. Danach nochmal ein ausgiebiger Dombummel.

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Der angekündigte Regen setzt ein und wir müssen leider viel zu schnell einmal quer durch die schöne Altstadt zum Auto sprinten. Im Supermarkt (ja ,auch sonntags, bis 23 Uhr geöffnet) halten wir uns eine Weile auf -warm und trocken. Nicole und Louisa besichtigen noch die Bedienstetentoilette. Wie wir sowieso immer und überall alle Toiletten besichtigen ….

Auf dem Zeltplatz schüttet es noch immer. Wir kochen und essen im Zelt, erstaunlich, was der Nachwuchs alles essen kann, wenn erstmal das Ambiente stimmt.

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Der Blog wird im kleinen Café an der Rezeption geschrieben - und die schließt jetzt gleich. Deshalb heute nur ein kurzer Eintrag. Morgen fahren wir vermutlich weiter gen Süden - falls unser Zelt wieder trocken und bereit zum Abbau ist.

Tag 18: Montag, 17. Juli 2017

Vom Sommerparadies in die Touristenhölle

Der Regen hat aufgehört. Wir gehen es ruhig an: Zelt abbauen. Minigolf spielen (Louisa, Kilian, Nicole), Bilder hochladen (Gerald). Die Minigolfbahn hat Kunstrasenbelag und ist wirklich klasse. Auch Louisa schlägt sich inzwischen sehr gut. Noch kurz ein Kaffee an der Rezeption des Campingplatzes, dann ziehen wir los.

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Die Königshügel in Gamla Uppsala lassen wir links liegen und peilen dafür Sigtuna an. Ältestes Städtchen des Landes, hübsches Holzhäuser undsoweiter… Nach den zwei Wochen gechillter finnischer Hochsaison weht uns der Trubel in Schweden um. In der kleinen Hauptstraße (die mit den schönen Häusern) reiht sich ein Touristenladen an den anderen. Im kleinen Rathaus treten sich die Menschen auf die Füße.

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Das Geheimtippcafé aus dem Reiseführer - Tant Bruns Kaffestuga - ist vermutlich gerade die Toppempfehlung bei Tripadvisor. Hübsch, aber voll, irgendwie so gar kein Sommertraum. Wir trinken unseren Kaffee, speisen kurz lecker schwedisch süß (gibt es ein Leben ohne Zimtschnecken?) und fliehen.

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Den Abstecher hätten wir uns sparen können und sollen, erst um 14.30 Uhr sind wir auf der Autobahn gen Süden. Wir rollen noch ganz gut durch Stockholm, in der Ferne sind die schönen Rathaustürme zu sehen. Dann wird es irgendwann fies.

Ein dicker Stau zwischen Nyköping und Norrköping kostet uns eine Dreiviertelstunde, alle müssen aufs Klo. Zwischenstopp an der nächstmöglichen Ausfahrt bei einem Burger King, einer der schmutzigsten und pappigsten, den wir je besucht haben. Aber immerhin hat die Rückbank je ein Kids Menu und je eine Schlumpffigur. Söderköping und der Gota-Kanal locken beim Vorbeifahren, wir versuchen es beim Zeltplatz in Valdemarsvik. Ganz klein, schön gelegen am einzigen Fjord der Ostküste - aber die Hütten sind alle voll, die verbliebenen Zeltplätze in Hanglage und nicht schön. Es packt Gerald, den Erichsson (Damals. Mit Papa Erich. Musste man nicht vorbuchen. Niemals. Schnickschnack. Man findet immer was), wir ziehen weiter, das ist doch kein Problem. In Västervik gibts ein 5-Sterneö-Resort, da gibt es doch bestimmt noch was. Die Reiseleitung erinnert sich an den Schwedenurlaub vor über zehn Jahren und sagt mal lieber nix. Der Weg zum Resort dauert gefühlt Stunden. Endlich angekommen: Menschenmassen, Zirkuszelt, Hüpfburgfestungen, Trubel, Lärm. Kilian würde gerne eine Woche bleiben. Aber: komplett ausgebucht. Und den Zeltbereich erreicht man nur zu Fuß. Das Mädel an der Rezeption schreibt uns noch zwei Telefonnummern von lokalen Hotels auf - Blödsinn, sagt Gerald Erichsson, da bekommen wir schon noch was woanders.

Wir biegen ab Richtung Vimmerby und Pippi Langstrumpf-Land, an schönen Seen vorbei, die Sonne steht hier wieder tiefer. Nächster Zeltplatz, Rezeption nur noch per Gegensprechanlage erreichbar. Der Chef ist Deutscher, supernett, aber bestimmt: Der Platz ist schon überfüllt, da geht nichts mehr. Wir sollen es einen Platz weiter versuchen. Als wir entnervt ausparken wollen, klopft es am Fenster: Eine Camperin aus Würzburg hat mitgehört und unser WÜ-Kennzeichen gesehen: Vor ihrem Wohnmobil ist noch viel Platz frei, da könten wir gerne für eine Nacht unser Zelt aufschlagen. Zurück zur Gegensprechanlage, diesmal ist die Frau des Chefs dran: Nein, da geht nix. Der Platz ist voll und damit basta. Vorschrift ist Vorschrift und deutsch ist deutsch … Wir vereinbaren mit der Würzburgerin uns notfalls nachts zu ihrer Nummer 24 reinzuschleichen und illegal zu campieren.

Der nächste Zeltplatz, Nossenbaden bei Vimmerby. Sonnenuntergang. Dort hat man vor den Besuchermassen kapituliert: Schon am Telefon hieß es, es gäbe noch was. Vor Ort sehen wir, dass schlicht die Wiesen vor dem Platz freigegeben wurden. Wir zahlen 10 Euro insgesamt, damit wir Klo und Dusche nutzen dürfen. Schnell Zelt aufbauen, noch kurz Salamibrote essen. Um 23.20 Uhr sinken alle vollkommen erschöpft in die Schlafsäcke.

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Tag 19: Dienstag, 18. Juli 2017

Ein kleiner frecher blonder Junge

Nicole geht um kurz nach 7 Uhr duschen, Gerald bald danach. Müde Kinder wecken, Zelt abbauen. Um 8.30 Uhr stehen wir Gastrobereich von Vimmerby-Camping. Frühstück hätten wir vorbestellen müssen, vom teuren Büffet schaut uns eine eingerollte Salami traurig an - danke, nein. Wir lassen auch die Pippi-Langstrumpf-Welt links liegen (Nicole hat kurz ein rabenschwarze Gewissen) und peilen den Weiler an, der in den Michel-Filmen das Örtchen Katthult war. Um 9.30 Uhr stehen wir vor dem Tor, um 10 Uhr wird erst geöffnet.

Aber es lohnt sich: Mit insgesamt 12 Euro Eintritt günstig. Noch wenige Leute da, ein zauberhafter Ort. Mit Tischlerschuppen und den Männchen, die Michel während des Strafsitzens geschnitzt hat. Der Fahnenstange, an der klein-Ida hing. Dem Brett zur Vorratskammer.

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Und es gibt Kaffee und Zimtschnecken! Langsam gewinnen wir Schweden wieder lieb. Kilian und Louisa knuddeln die Kaninchen, sausen herum und keiner vermisst den großen Astrid-Lindgren-Rummel.

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Danach geht es direkt zum nächsten Zeltplatz, Kalmar soll die letzte Station in Schweden sein. Um kurz nach 14 Uhr biegen wir ein. Der Platz liegt auf einer Halbinsel und ist noch genauso schön grün und waldig, wie vor über zehn Jahren. Mit genauso vielen Insekten, aber die stechen zum Glück nicht alle. Es gibt einen Spielplatz mit einem Jumping Pillow, ein schönes Café und Restaurant.

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Zelt aufbauen. Gegend erkunden. Kaffee trinken. Gerald hat Migräne und ruht sich im Zelt aus, während Nicole mit den Kindern der Kids-Bespaßung (auf Schwedisch) lauscht. Und auf den schicken Lounge-Möbeln ein Nickerchen macht. Ein ruhiger Nachmittag, ein ruhiger Abend, eine ruhige Nacht. Hier wird es wieder dunkel. Keine lauten Möwen oder Dohlen wecken in den Morgenstunden. Nur noch drei Nächte in Schweden. Schade.

Tag 20: Mittwoch, 19. Juli 2017

Pinguin und Totenkopf

Heute geht es ins Glasreich: Rund um Nybro haben sich über 20 Glashütten zum Glasreich zusammengeschlossen. Man kann einfach vorbeifahren und den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen. Haben Nicole und Gerald vor über 10 Jahren schonmal gemacht, steht wieder auf dem Programm.

Zuerst nach Pukeberg direkt in Nybro (liegt als erstes auf dem Weg). Dort beobachten wir, wie Glasbläser Gunnar - seit 1959 im Beruf, heißt es auf seinem T-Shirt - eine blaue Kugel nach der anderen fertigt. Kilian und Louisa sind fasziniert, könnten stundenlang zusehen. Zum Schluss gibt es einen kleinen blauen Pinguin, Applaus von den Zuschauern, Mittagspause für den Künstler. Den Pinguin sehen wir später auch im Shop, für knapp 40 Euro. Noch kurz Kaffee und Zimtschnecke, im Hintergrund rockt Ed Sheeran. Wer sonst?

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Wir ziehen weiter, zur Glasbläserei Boda, mitten im Glasreich gelegen. Die Glasbläser haben gerade Pause, also schauen wir uns die Ausstellung zur Geschichte der Hütte und viel Glas an. So vergeht die Stunde recht schnell. Zuschauer sammeln sich auf der kleinen Tribüne in der Hütte, die beiden Glasbläser fangen irgendwann einfach an. Kein Blickkontakt, kein Ton zu Zuschauern - sie tun so, als arbeiten sie ganz alleine. Da mehrere Öfen vor sich ihn brennen, einige offene Flammen vor sich hin fackeln, wird es irgendwann ganz schön heiß. Kilian und Louisa haben feuerrote Backe und inzwischen Bärenhunger.

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Während Gerald weiter für die Fotodokumentation sorgt, sichten Nicole und der Nachwuchs die Essensmöglichkeiten: Ein Cafè, nur etwas die Straße hinunter! Zurück in die Hütte, um die Vollendung des Kunstwerkes zu beobachten: Eine schwere, dicke Vase ist entstanden, darauf ein Totenkopf mit Hut. Erst, als es vollbracht ist, wenden sich die Glasbläser dem Publikum zu und lassen sich huldigen.

Im Cafè haben wir Glück: Das Lunchbuffet steht noch und wir dürfen uns vor insgsamt 23 Euro (!) bedienen. Kilian - gerade eine Großbaustelle mit Kohlenhydrathunger-  verputzt drei Schalen Reis und drei Butterbrote, Louisa verschlingt zwei Schalen Chili con carne, die Eltern probieren aus, was es so alles gibt. Kaffee, Wasser, Butterbrot sind in Schweden übrigens meist inbegriffen.

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Es geht noch einmal in einen schwedischen Supermarkt, erst nach 17 Uhr sind wir auf dem Zeltplatz. Wäsche waschen (die Handtücher haben es bitter nötig, auch wenn der Urlaub bald endet), Eis essen, auf dem Hüpfkissen hüpfen, Sonnenuntergang ansehen, Weinvorräte leer trinken. Das Abendprogramm könnte schlechter sein.

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Tag 21: Donnerstag, 20. Juli 2017

Ist doch garnicht so kalt

Die Sonne strahlt. Der letzte Tag in Kalmar. Gleich am vormittag lösen wir ein Versprechen ein: Minigolf auf der Bahn direkt neben dem Zeltplatz. Es ist (relativ) heiß, die Schweden sind alle schon am Strand. Nur ein quäkendes Radion stört die Platzruhe. Louisa erweist sich als echtes Golf-Küken und bringt die anderen drei zum Staunen - schließlich ist sie nur einen Punkt schlechter als Kilian. 

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Zum Mittagessen werden die Vorräte leergefuttert. Viel Brot mit salziger Butter und Salami, der letzte Schluck Wein muss auch weg. Danach unternimmt die Reiseleitung einen Versuch, die Truppe zu einem Fußmarsch Richtung Kalmar Innenstadt zu bewegen, es wären auch wirklich nur 3,5 Kilometer am Meer entlang. Louisa ist gerade im Quengelmodus, Vater und Sohn gucken resigniert. 

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Die Schweden springen ins Wasser. Kurz hinter dem ersten kleinen Hafen kapituliert Nicole - dann halt nicht. Zurück zum Zelt, Badesachen an und ab zum Strand.

Was eine sehr gute Entscheidung war. Die Schweden hatten den Strand schon wieder verlassen, als wir uns am letzten Urlaubstag endlich in die kühle Ostsee wagen. Der Strand geht so flach ins Wasser, das auch Louisa lange stehen kann. Und dann ist das Wasser garnicht soooooo kalt.

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Also 18 Grad warm, um genau zu sein. Nur die vielen Seepflanzen am Grund nerven etwas (Louisa: Ich habe Algen zwischen den Zehen) und wir sind ganz froh, dass wir schon längst wieder trocken sind, als ein kleines felliges Wesen seine Bahnen zieht - Nutria oder Bisamratte, aus dem benachbarten Naturschutzgebiet.

Danach werfen Louisa und Kilian nochmal die Kescher aus. Dabei lernen sie drei Schweizer Jungs kennen.

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Die Familie war nach Göteborg geflogen und musste 5 Tage auf ihr Gepäck warten. Der Papa nutzt die Gelegenheit, um auf sämtliche Defizite von Air Berlin hinzuweisen. Stunden später stellt sich bei einem Bierchen im Restaurant heraus, dass er als Pilot selbst für die Airline fliegt. Allerdings wurde er gekündigt und fliegt ab Januar für eine chinesische Airline - 20 Tagen China, 10 Tage daheim. Was die Schweizer Mama nicht soooo prickelnd findet. Abendessen war im zeltplatzeigenen Restaurant, Bier und Wein machen es mal wieder teuer.

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Fish and Chips für Kilian, Nudeln mit Soße für Louisa, Burger für Gerald,  Pizza mit Ziegenkäse und roter Bete für Nicole.

Die Eltern packen schon alles zusammen, was geht. Die Kinder toben noch lange mit den kleinen Schweizern.

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Tag 22: Freitag, 21. Juli 2017

Knapp 900 Kilometer gen Süden

Um 7 Uhr klingelt das Handy, die Eltern gehen schnell duschen. Kinder wecken, Zelt abbauen.

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Müll entsorgen (Mülltrennung ist auch auf dem Zeltplatz im Norden wichtig), Kaffee und Brötchen im Shop kaufen. Um 9.20 Uhr fahren wir los. Das Wetter macht uns den Abschied leichter: Erst nieselt es, dann regnet es sich ein. Um das große Kind mit der überlebensnotwendigen Ration Kohlenhdydrate zu versorgen gibt es einen Stopp an der Autobahnraststätte- Bratkartoffeln mit Spiegelei plus das Tagesessen Kotelett mit Kartoffeln und Erbsen. Louisa verputzt das Fleisch und Butterbrot. Nicole freut sich, dass Kaffee inbegriffen ist. Tankstellen mit Shop gibt es übrigens fast keine, nur Tankautomaten.Weiter geht es.

Über die Brücke von Malmö nach Dänemarkt, hinter Kopenhagen fängt es dann erst richtig an zu schütten.

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Als der Regen Stunden später nachlässt, kurze Picknickpause. Und wieder zurück auf die Autobahn. Ab Flensburg bis hinter Hamburg ist gefühlt Baustelle - und wir müssen doch bis 21.30 Uhr an der Jugendherberge sein, die Nicole kurzfristig am Tag zuvor per Telefon vorbestellt hatte. Die letzten 50 Kilometer bis Bad Fallingbostel fahren wir Landstraße, um einen dicken Stau zu umgehen. Die Lüneburger Heide finden wir in der Abendsonne wunderschön, was zum einen stimmt, zum anderen ist man nach 10 Stunden Fahrt auch wirklich leicht zu begeistern. 

Um 20.30 Uhr parken wir vor der Jugendherberge. Ein Familienzimmer mit Toilette im ersten Stock, die Duschen sind im Keller. Zu Fuß bummeln wir durch den lauen Abend in die Innenstadt, zum empfohlenen Italiener. Es dauert eine Weile, bis wir bestellen können. Doch dann wird es lecker, quasi von Schweden direkt nach Italien.

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In der Jugendherberge noch Betten überziehen, um 23 Uhr ins Bett fallen.

Tag 23: Samstag, 22. Juli 2017

Bruchpilot Sydney und der große Regen

Die Duschen in der Jugendherberge haben Zeltplatz-Standard, was uns nach den drei Wochen Camping nicht wirklich stört. Frühstück, Zimmer räumen. Um 10 Uhr stehen wir vor dem Weltvogelpark in Walsrode.

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Es ist wenig los, was kein Wunder ist: Es schüttet. Mit Regenjacken und Schirm sind wir um 10.30 Uhr bei der Fütterung der Pinguine und der Pelikane. Immerhin: Dank des mistigen Wetters stehen wir in der ersten Reihe und Louisa kann beherzt einen Fisch nach dem anderen verfüttern.

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Doch danach sind drei von vier erstmal komplett durchgeweicht. Zurück in den Eingangsbereich/Shop. Heiße Schokolade für Kilian und Louisa, Gerald sucht im Auto nach trockenen Klamotten, Nicole kauft Plastikregencapes. Deutlich dicker eingepackt geht es wieder nach draußen.

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Die Flugshow um 11 Uhr wurde wegen des Regens abgesagt, die Indoor-Show um 12.30 Uhr findet dafür statt. Papagei Rico saust über unsere Köpfe und löst brav seine Aufgaben. Kea Oscar zeigt, was die neuseeländischen Vögel so drauf haben - Vandalismus inklusive. Und wir finden es garnicht mehr so schlimmt, dass wir die Keas in Neuseeland nicht selbst gesehen haben… Auftritt von Kakadudame Sydney: Sie fliegt los, verfehlt ihr Ziel und landet auf dem Boden. Danach ist sie ziemlich derangiert und hört nicht wirklich auf den Tierpfleger, was dem Publikum im Gegensatz zu ihm durchaus Spaß macht.

Danach werden die Vogelbabys gefüttert, flauschige Eulen und ganz kleine Piepmatze.

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Die Greifvogelfütterung sehen wir nur halb - Kilian hatte zum Frühstück nur Tee und Apfel, das Salamibrot hat ihn auch nicht glücklich gemacht. Also ab zur Imbissbude an der Eulenburg. Dort gibt es Currywurst mit Pommes und die Sonne kommt raus.Die Zeit läuft allerdings leider, schließlich müssen wir noch nach Speyer. Die große Flugshow um 15 Uhr sehen wir nur von weitem, dafür beobachten wir Kolibris, sind auf dem Dschungeltrail, hören den tiefen Basston eines großen schwarzen Huhns (dessen Namen wir leider nicht vermerkt haben). Tukane, Kakadus, Sittiche, das Lorihaus.

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Zum Abschluss füttern wir noch Papageie und werden von den kleinen,knallbunten australischen Vögeln belagert - ein lustiger Abschluss. Aber vor allem für Kilian steht fest: Hier müssen wir nochmal hin, dann aber zwei Tage!

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Abfahrt ist um 16.30 Uhr. Im Auto schläft Louisa komatös ein, Kilian kurz darauf auch. Nicole hält ein kurzes Nickerchen. Der Verkehr rollt ganz gut, allerdings gibt es eine kuriose Baustelle: Auf der A7, bei Bad Hersfeld, angeblich nur ein paar Kilometer, die aber laut Verkehrsfunk eine Verzögerung von 60 Minuten bedeuten. Wir fahren ab und suchen Abendessen: Alsfeld hat eine überraschend schöne Innenstadt, viel Fachwerk, kleines Rathaus.

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Gegen 23 Uhr sind wir müde in Speyer. Nach drei Wochen Urlaub verdreckt, aber glücklich. Alle nochmal unter die Dusche - Kilian und Louisa hatten seit Uppsala pausiert - und um Mitternacht ab ins Bett. Die Kinder schlafen tief und fest bis 10.30 Uhr.

Von Kilian gibt es ein dickes Lob: “Das war cool. Ich würde den Urlaub genau so nochmal wiederholen.” Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

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